Thursday, May 12, 2011

Folge 11: Beim Neuner-Wirt


Die Unternehmenszentrale der Firma Pachleitner in Graz-Liebenau ist alles, nur nicht dezent. Der Volksmund hat sich rasch zum Namen "Schwarzer Panther" hinreißen lassen, wobei ein Panther vergleichweise einfach zu reinigen sein dürfte. Innen wie außen jedenfalls hat man bei keinem Detail gespart und so ist auch das neue Lokal im Erdgeschoss optisch tip-top. Küchenchef Sven Lehmann trägt dazu insofern bei, als sämtliche Speisen aufwändig und stilsicher gestaltet werden, bevor sie auf den Tisch kommen. Lehmann war früher im Aiola Upstairs und wenn er so weitermacht in Liebenau, dann wird sich eine Haube schwer verhindern lassen. Es gibt flotte Mittagsmenüs auf leichter, regionaler Basis, und einiges, was mit mehr Aufwand versehen ist. Das Kalbscarpaccio mit Topinambur und Crabmeat-Popcorn als Vorspeise muss man beispielsweise verkostet haben. Oder den Wolfsbarsch Loup de Mer (17,80 Euro), mit grandios alkoholisierten Portweinfettucine und Apfelkaviar (hier im Bild).



Der Fisch schmeckt noch nach Fisch, der Apfelkaviar spielt bei der Komposition allerdings die Hauptrolle. Das Rinderfiletsteak „bourguignon“ ist die 19,20 Euro ebenfalls wert. Sehr positiv zu erwähnen: Hier wird man noch gefragt, wie man sein Steak haben will. Auch die Desserts haben große Klasse. Soll heißen: Hingehen, aber flott.



nullneun café bar restaurant, Liebenauer Tangente 4, 8041 Graz, Mo–Fr 7 bis 20 Uhr, Mittagsmenüs 11–14.30, ab 17 Uhr Barbetrieb, Tel. 051720/1090.


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2 comments:

  1. Leider war bei unserem ersten Besuch ein derber Dämpfer zu verspüren - nicht nur wurde nicht nach der gewünschten Garstufe des Steaks gefragt, es wurde, nachdem es "Englisch" bestellt wurde, komplett durchgebraten geliefert.

    Und die Erdäpfel dazu waren innen roh.

    Nach Reklamation hat's dann doch funktioniert, aber die Erdäpfel waren immer noch grenzwertig.

    Achja, es war mittags, und absolut nix los.

    Ansonsten kann ich nur zustimmen - absolut eine Bereicherung für Graz!

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  2. ach du Schande. Das klingt nach B-Besetzung. Ich hab genau das Gegenteil erlebt, aber es ist schon seltsam: wenn man was tadelt, erfährt man von anderen, dass es sehr gut war - und vice versa. Die fehlende Konstanz ist zweifellos eines der größten Probleme der heimischen Beisln (und damit auch der Kritiker)...

    danke für den Kommentar, werde mir das noch mal kritisch anschauen!

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