Viele Jahre war es gut und schön beim Herrn Schmid im Wirtshaus Greiner. Ob Haube oder nicht, das war uns zumindest herzlich wurscht. Eine einzigartige Atmosphäre, freundliches Service, ein sehr gut gezapftes Jahrgangspils und formidables Essen, was will man mehr in dieser Stadt? Dann war finito. Vor ein paar Wochen begab sich der Greiner in eine Art verfrühten Winterschlaf. Und wir befürchteten schon: Das war's jetzt. Aber seit 27. Oktober ist er wieder da. Ohne Ambitionen auf Prämierungen aller Art, mit einem jungen Chefkoch aus Kärnten und mit erfreulich viel Zulauf in den ersten Stunden und Tagen des Wiederbeginns. Wir testeten die Leberknödelsuppe (schön dunkel, der Knödel könnte noch etwas fluffiger sein), eine noch bessere Suppe vom Hokkaido-Kürbis, ein kraftvolles Blunzn-Gröstl und Knödel mit Ei (Riesenportion!). Dazu ein streichelweicher Apfelstrudel, der auch der Oma gefallen hätte. Fazit: Es ist jetzt wieder alles gut. Und es möge lange Jahre so bleiben. Für alle, die es nicht wissen: Der Greiner ist eines der schönsten Gasthäuser von Graz und es wäre jammerschade, wenn das nicht auch noch unsere Enkel begreifen würden.
Wirtshaus Greiner, Mo-Fr 12 bis 13.30 und 18 bis 22 Uhr, Grabenstraße 64, 8010 Graz
Foto: Walther Schmid, ©haubentaucher.at
Thursday, October 29, 2015
Monday, August 31, 2015
Folge 82: Unterwegs mit MS Ente
Das war ein Fest am vergangenen Wochenende in und um Mörbisch. Das Weingut Schönberger lud zur Präsentation der Jahrgänge 2013 und 2014. Die Gastgeberfamilie Michaela und Günther samt ihren Kindern Johanna und Jakob Schönberger agierte ebenso emsig wie entspannt. Am Nachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen verwandelte sich ein Ausflugsschiff der Drescher Line zur MS Ente (wer das Logo der Schönbergers kennt, weiß warum...) und bot jeweils 11 weiße und 11 rote Sorten zur Verkostung.
Beginnen wir bei den feinen Weißen. Das subjektive Urteil der Haubentaucher-Jury ergab Folgendes: Herausragend der Sauvignon Blanc der Lage Kräften 2013, sehr empfehlenswert der Sauvignon Blanc Mörbisch 2014 und der Pinot Blanc des selben Jahrgangs. Ebenfalls interessant: VIO, der Neue im Sortiment, ein Viognier 2013, den die Schönbergers in Frankreich kennen und schätzen gelernt haben.

Bei den Roten, um die wir Steirer die Burgenländer dann halt doch ein bissl beneiden müssen, überzeugten auch die einfacheren Weine bereits in vollem Umfang. Namentlich Burgenland Zweigelt 2013 und Burgenland Blaufränkisch 2013. Besonders spannend dann wieder die Lage Kräften, Blaufränkisch 2012, und die Lage Lehmgrube, ebenfalls Blaufränkisch 2012. Auch die Herbst Cuvée 2012 mit Blaufränkisch und Merlot kam in unserem kleinen Test auf ausgezeichnete Noten, detto der Merlot 2012. Dazu gab es an Bord viel Wasser und exzellenten Beinschinken, frisch aufgeschnitten vom Genuss-Meister mit der Entenschürze.
Abends ging es dann ins Restaurant Marina samt Buffet und Weinraritäten aus Schönbergers Keller. Hier waren es besonders die unterschiedlichen Jahrgänge der Herbstcuvée in Großflaschen, die die Klasse der Schönbergers eindrucksvoll unter Beweis stellten. Zu kaufen gibt es diese Fundstücke nicht mehr, wohl aber alle anderen hier besprochenen Weine. Und zwar im gut sortierten Fachhandel sowie in Mörbisch und in St. Marein bei Graz direkt bei den Schönbergers. Voranmeldung ist hier angesagt. Wer nächstes Jahr bei der Präsentation dabei sein will, sollte höflich um einen Platz auf der Newsletter-Liste anfragen und den Schönbergers auf Facebook folgen.
Mit an Bord:
Die steirische Winzerin Tamara Kögl mit Jakob Schönberger
Alle Fotos: ©Haubentaucher.at 2015
Friday, July 24, 2015
Folge 81: Das große Gastrosterben
Graz war noch nie ein leichter Boden für die Gastwirtschaft. Aber derzeit häufen sich die schlechten Nachrichten auf allen Ebenen. Kaum eine dieser Schließungen kommt gänzlich überraschend, schmerzhaft ist dennoch jede einzelne. Als da wären etwa der Mohrenwirt, der Greiner in der Grabenstraße, das altehrwürdige Café Fotter und demnächst auch der Neo-Franzose Santner am Karmeliterplatz. Woran es liegt, ist sicher nicht pauschal zu beantworten. Klar ist, dass es heute nicht mehr reicht, sich auf den (vermeintlichen) Lorbeeren auszuruhen. Innovationen werden allerdings in den Wirtschaften dieser Stadt weitgehend vermisst. Und damit meinen wir nicht die Anbiederung an globale Trends, denn auch die gerade noch hippen Berlin-Style Beisln werden nach einiger Zeit wieder leerer, weil es nichts Neues mehr zu entdecken gibt. Schöne alte Gaststätten wird man natürlich weitgehend in Ruhe lassen, aber ein bisschen mehr Marketing als ein Newsletter per e-mail und eine schlecht gewartete Facebook-Seite sollte es in Zeiten wie diesen halt auch sein.
Was noch wichtiger wäre: Ein Comeback der gestandenen Wirtinnen und Wirte. Die Branche lockt immer wieder Quereinsteiger an, die sich den lange gehegten Traum vom eigenen Beisl erfüllen wollen und sich dabei vor allem ordentlich verschulden. "Traumtänzer" nannte das kürzlich ein Spitzenkoch, der sich am Markt seit Jahren behaupten kann. Nur, wer gelernt hat, wie viel harte Arbeit hinter einem gut gehenden Lokal steht, hat längerfristig eine Chance. Das zumindest kann man von dem halben Dutzend Quasi-Monopolisten lernen, die in Graz immer mehr den Ton angeben. Wer das mit der "Genusshauptstadt" noch ernst meint, sollte sich dringend auf die Hinterfüße stellen. Konkret wären hier der Tourismus, die zuständige Kammer oder etwa auch das lokale Kleinformat angesprochen, die sich recht bald zusammensetzen sollten, um am Wirtshaus-Standort Graz zu retten, was noch zu retten ist. Auf Facebook haben jedenfalls die ersten Gäste damit begonnen, sich zu vernetzen: Zur Gruppe: Rettet das Café Fotter
© Foto: Haubentaucher.at
Was noch wichtiger wäre: Ein Comeback der gestandenen Wirtinnen und Wirte. Die Branche lockt immer wieder Quereinsteiger an, die sich den lange gehegten Traum vom eigenen Beisl erfüllen wollen und sich dabei vor allem ordentlich verschulden. "Traumtänzer" nannte das kürzlich ein Spitzenkoch, der sich am Markt seit Jahren behaupten kann. Nur, wer gelernt hat, wie viel harte Arbeit hinter einem gut gehenden Lokal steht, hat längerfristig eine Chance. Das zumindest kann man von dem halben Dutzend Quasi-Monopolisten lernen, die in Graz immer mehr den Ton angeben. Wer das mit der "Genusshauptstadt" noch ernst meint, sollte sich dringend auf die Hinterfüße stellen. Konkret wären hier der Tourismus, die zuständige Kammer oder etwa auch das lokale Kleinformat angesprochen, die sich recht bald zusammensetzen sollten, um am Wirtshaus-Standort Graz zu retten, was noch zu retten ist. Auf Facebook haben jedenfalls die ersten Gäste damit begonnen, sich zu vernetzen: Zur Gruppe: Rettet das Café Fotter
© Foto: Haubentaucher.at
Monday, July 20, 2015
Folge 80: 5 Orte, an denen du essen solltest. Nummer 4 wird dich überraschen.
In jüngster Zeit waren wir viel unterwegs, vor allem beruflich und ganz vor allem im schönen Murtal. Eine durchaus unterschätzte Region - auch in kulinarischer Hinsicht. Weil wir nicht so mehr richtig im Beislkritiker-Modus sind, ersparen wir Ihnen hier Essensfotos. Aber dafür legen wir unsere Hand ins Feuer (im übertragenen Sinne!), dass Sie an diesen Orten bestens bedient werden. Hier unsere 5 Tipps für gutes Essen im Murtal, da ist für jede/n was dabei.
1) Das k&k Wirtshaus in Weißkirchen nicht weit von Zeltweg ist jetzt nicht wirklich ein Geheimtipp, immerhin trägt man schon länger ein Häubchen von GaultMillau. Hervorragendes Essen in einer urigen Stube, besonders die Fleischgerichte sind ein Hammer. Wir waren schon mehrmals dort und immer sehr angetan. www.kuk-wirtshaus.com/ Übrigens: Der Sohn des Hauses ist so etwas wie der Arnie des 21. Jahrhunderts: www.tony-breznik.com/
2) Das Gasthaus Gruber in Judenburg. Die Damen und Herren haben anscheinend noch nicht einmal eine Website. Aber dafür ein sehr gutes, flottes, freundliches und kompetentes Personal (also für Grazer Verhältnisse quasi ein Weltwunder!) sowie eine sehr passable und gar nicht mal sooo bodenständige Küche. Die Grießnockerlsuppe haben wir zwar anderswo schon noch besser gegessen, aber die Forelle mit Wurzelgemüse, der Grillteller und einiges andere mehr sind sehr zu empfehlen. Zu finden mitten am Hauptplatz in Judenburg oder hier: www.facebook.com/gruberhubmann/timeline
3) Das G'schlössl in Großlobming gehört dem Red-Bull-Chef. Bei der Adaptierung des Hauses wurde nicht gespart. Das G'schlössl bietet Wellness, ein hochwertiges (und auch eher hochpreisiges) Hotel und ein Restaurant, das nicht abgehoben ist, sondern gut in die Umgebung passt. Tendenziell etwas leichtere Küche als in der Gegend üblich. Hier schliefen schon Mitglieder von AC/DC, man merkt es dem Haus aber glücklicherweise nicht an. www.projekt-spielberg.com/gschloessl-murtal/
4) Der Hubertushof in Zeltweg. Ideenreiche Küche, schöne Weine, ein rundum angenehmer Gastgarten. Die Lokalität gleich beim Bahnhof kann man uneingeschränkt empfehlen. www.hotelhubertushof.at
5) Das Olachgut bei Murau. Hier wird man wahrscheinlich in der Regel nur dann essen, wenn man auch hier urlaubt. Letzteres ist aber auch sehr zu empfehlen. Es gibt eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten, besonders Pferdefreunde kommen voll auf ihre Rechnung. Vom Campingplatz (dem wohl schönsten der Steiermark) bis zum Appartement reicht die Palette. Der Gastgarten mit Blick auf den Teich ist sehr nett, das Essen gutbürgerlich, das Schnitzel 1a. www.olachgut.at/de/essen-trinken.html
Fotos: haubentaucher.at 2015
1) Das k&k Wirtshaus in Weißkirchen nicht weit von Zeltweg ist jetzt nicht wirklich ein Geheimtipp, immerhin trägt man schon länger ein Häubchen von GaultMillau. Hervorragendes Essen in einer urigen Stube, besonders die Fleischgerichte sind ein Hammer. Wir waren schon mehrmals dort und immer sehr angetan. www.kuk-wirtshaus.com/ Übrigens: Der Sohn des Hauses ist so etwas wie der Arnie des 21. Jahrhunderts: www.tony-breznik.com/
2) Das Gasthaus Gruber in Judenburg. Die Damen und Herren haben anscheinend noch nicht einmal eine Website. Aber dafür ein sehr gutes, flottes, freundliches und kompetentes Personal (also für Grazer Verhältnisse quasi ein Weltwunder!) sowie eine sehr passable und gar nicht mal sooo bodenständige Küche. Die Grießnockerlsuppe haben wir zwar anderswo schon noch besser gegessen, aber die Forelle mit Wurzelgemüse, der Grillteller und einiges andere mehr sind sehr zu empfehlen. Zu finden mitten am Hauptplatz in Judenburg oder hier: www.facebook.com/gruberhubmann/timeline
3) Das G'schlössl in Großlobming gehört dem Red-Bull-Chef. Bei der Adaptierung des Hauses wurde nicht gespart. Das G'schlössl bietet Wellness, ein hochwertiges (und auch eher hochpreisiges) Hotel und ein Restaurant, das nicht abgehoben ist, sondern gut in die Umgebung passt. Tendenziell etwas leichtere Küche als in der Gegend üblich. Hier schliefen schon Mitglieder von AC/DC, man merkt es dem Haus aber glücklicherweise nicht an. www.projekt-spielberg.com/gschloessl-murtal/4) Der Hubertushof in Zeltweg. Ideenreiche Küche, schöne Weine, ein rundum angenehmer Gastgarten. Die Lokalität gleich beim Bahnhof kann man uneingeschränkt empfehlen. www.hotelhubertushof.at
5) Das Olachgut bei Murau. Hier wird man wahrscheinlich in der Regel nur dann essen, wenn man auch hier urlaubt. Letzteres ist aber auch sehr zu empfehlen. Es gibt eine Vielzahl an Sportmöglichkeiten, besonders Pferdefreunde kommen voll auf ihre Rechnung. Vom Campingplatz (dem wohl schönsten der Steiermark) bis zum Appartement reicht die Palette. Der Gastgarten mit Blick auf den Teich ist sehr nett, das Essen gutbürgerlich, das Schnitzel 1a. www.olachgut.at/de/essen-trinken.htmlFotos: haubentaucher.at 2015
Tuesday, June 2, 2015
Folge 79: Was klappert am rauschigen Bach?

Die Zeiten in der Grazer Gastronomie, oh sie sind wechselhafte. Das eine oder andere löst sich in Luft auf, manches boomt über die Maßen wie das Kunsthauscafé und wieder anderes wird schonend wiederbelebt. Neben dem hier schon gelobten und seither mehrmals mit großer Zufriedenheit besuchten Ferl ist seit kurzem auch die Weinbar Klapotetz mit Liebe zu Detail und Kulinarik wachgeküsst worden. Evelyn Merc betreibt die Lokalität, sie war zuletzt unter anderem in der Enoteca tätig und versteht ihr Geschäft. Die primär steirischen Weine sind ob der Kennerschaft der Wirtin 1a mit Sternchen. Die Jause steht dem um nichts nach. Grandiose Käse- und Wurstspezialiäten, großartiges Chutney. Und vor allem: selbst am Premierenabend bei überraschend großem Andrang lief der Laden ohne Fehl und Tadel. Feine Sache!
Weinbar Klapotetz, Herrengasse 9 - Generalihof, MO-FR 11-22, SA 11-18 Uhr, www.klapo.at/
Friday, March 27, 2015
Folge 78: Man sieht sich im Leben immer zweimal
Ferls Weinstube, neu übernommen von Karl(i) Pichlmaier
Vorbemerkung
des Herausgebers: Lange Jahre war der Ferl in der Burggasse ein Treffpunkt für
Bohemiens, Künstler wie Günter Brus, Postler, Beamte und Leute wie du und ich.
Die Frau Anni lief unentwegt von der Küche zu den Tischen und servierte
Köstlichkeiten wie Zwiebelrostbraten, Cevapcici und Gulasch. Das Ambiente war
angenehm düster, nach dem Besuch roch man recht ordentlich nach Gasthaus und verbranntem
Tabak. Das alles wurde von einem Tag auf den anderen anders. Aber nicht besser.
Das Rondo-Team aus der Keplerstraße eröffnete im Herbst 2013 eine Zweigstelle
im Ferl. Ein gutes Jahr später war es damit wieder vorbei. Und im März 2015
übernahm ein alter Bekannter der Grazer Gastroszenerie das Ferl. Karl
Pichlmaier. Damit übergeben wir an UMT, unseren aufstrebenden neuen
Beislkritiker.
„Die Wirtshauskultur für Jung und Alt
aufleben lassen“, war die Ansage von Karl Pichlmaier. Da musste Herr
Haubentaucher dringend mit seinem neuen Lehrling den Gehalt der Ansage
überprüfen. Schon beim Eintritt bemerkt man, dass sich einiges getan hat in Ferls
Weinstube. Dunkle Farben und grüne Polster sind vorherrschend und der
Wirtshausgeruch beim Verlassen ist nicht mehr so ausgeprägt.
Neben dem Mittagsmenü um 7,90 € gibt es
eine feine Wirtshauskarte. Unsere Vorspeisenwahl fiel auf ein kleines Beef Tartare
sowie Rote Rüben-Linsen Salat mit Blunzn. Das rohe Fleisch kam zur
Zufriedenheit auf den Tisch – etwas Nachwürzen war notwendig. Warum der
Metallteller aus der kulinarischen Steinzeit noch Verwendung findet und harte
Eier und Glashaustomaten als Garnitur herhalten mussten, war nicht ganz
nachvollziehbar, wird aber verziehen. Der Rote-Rüben Salat mit gebackenen Blunzn-Radln
entlockte dem Haubentaucher nur ein erfreutes „Sehr gut“.
Die Hauptgerichte überzeugten vollends. Das
Tellerfleisch mit Apfelkren bestand aus zwei Scheiben perfekt gekochtem
Schulterscherzl mit bissfestem Gemüse, Serviettenknödel und etwas kräftiger
Suppe. Um 8,50 € war das Wirtshausküche at it’s best.
Das Forellenfilet auf Marktgemüse, Risotto mit Vermouthschaum war sowohl optisch als auch geschmacklich top und ist auch für den klassischen Wirtshausküchen-Skeptiker eine gute Option. Der Test der Desserts fiel diesmal leider dem Terminstress zum Opfer. Wird aber sicher bald nachgeholt – wir kommen nämlich wieder.
UMT
Monday, February 23, 2015
Folge 77: Gerüchteweise in Graz
Die Schmiedgasse in Graz hat eine neue
Pflasterung bekommen. Aber nicht nur das ist neu. Seit November werkt der
Nürnberger Michael Wankerl in der Gerüchteküche, wo früher das Capperi
residierte. Das Lokal präsentiert sich schlicht und
ohne Chichi, aber mit weltoffener Verarbeitung von regionalen Grundprodukten,
wie die Website verrät. Die Karte ist überschaubar und die Namen der Gerichte
lassen nicht immer gleich erahnen, was sich dann am Teller präsentieren wird. So
liest sich das „Tagesgerücht“, der wohlfeile Tagesteller um 8,90 EUR, schon mal
so: Steiermark oder Italien? „Risotto # Kürbis # Kernöl # Senfblatt“. Das gefällt
und steigert die Vorfreude.
„Kürbis # Sauermilch # Brot“ ist eine
solide Kürbiscremesuppe, im Rexglas serviert mit Schwarzbrot-Croutons auf dem
Glasdeckel. Ein guter Start. Der Hauptgang „Sterz # Geflügelleber #
Grammeln“ dann: Ein Gedicht. Cremige, weiße Polenta bildet die Basis für eine
zart rosa gebratene Portion Hühnerleber, alles gut gewürzt. Die knusprigen
Grammeln sind ein perfekter Kontrapunkt zu den sonst eher zarten Zutaten. Als
Mittagsmahlzeit war die Portion dann allerdings doch zu gut gemeint und beim
Zweitbesuch waren die Grammeln auch nicht mehr Teil des Gerichts. Mit „Seeforelle
# gerösteter Lauch # Linsen“ war die Begleitung ebenfalls sehr zufrieden.
Ein Espresso und der täglich wechselnde
Kuchen sind dann ein runder Abschluss. Alternativ stehen noch „Ziegenkäse #
Sanddorn“ und „Schokolade # Rote-Rüben-Karamell“ zur Auswahl – für den nächsten
Besuch. Die Getränkeauswahl ist, ähnlich der
Speisenauswahl, gut sortiert. Säfte, das rundum empfehlenswerte Bier von
Gratzer und eine feine Weinauswahl aus österreichischen Weinen komplettieren ein
wirklich gutes Lokal in der Grazer Innenstadt. Empfehlung!
Die
Gerüchteküche, Schmiedgasse 22, 8010 Graz, 0664 88318444, Montag bis Freitag 11
Uhr bis 23 Uhr (Küche bis 22 Uhr), www.geruechtekueche.org
Autor: UMT, der neue hochmotivierte Haubentaucher-Gast-Tester
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